San Sebastián feiert die 73. Ausgabe seines Internationalen Filmfestivals und würdigt auf dem offiziellen Plakat die beliebte Schauspielerin Marisa Paredes, die 2024 verstarb. Die Eröffnungsgala des Festivals begann mit zahlreichen wehenden palästinensischen Flaggen als Zeichen des Friedens für den Nahen Osten. Esther García, Produzentin von Almodóvars Filmen, schritt über den roten Teppich und erhielt den Donostia-Preis für ihr Lebenswerk als Produzentin. Sie ist die erste Produzentin, die diese Auszeichnung in San Sebastián entgegennimmt, die von den Brüdern Almodóvar überreicht wird. Juliette Binoche gab mit dem Film „In-1 In Motion“ ihr Regiedebüt. So begann die Festivalausgabe 2025 mit prominenten Gästen und der Jurypräsident Juan Antonio Bayona wandte sich im Kursaal an das Publikum.
Die offizielle Auswahl wurde mit dem argentinischen Film „27 Nächte“ von Daniel Hendler eröffnet. Ein Familiendrama, das zum Nachdenken über psychische Gesundheit anregt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Natalia Zito und ist von wahren Begebenheiten inspiriert.
Die chilenische Regisseurin Dominga Sotomayor eröffnete die Reihe „Horizontes Latinos“ mit dem Film „Limpia“, inspiriert vom Bestsellerroman von Alia Trabucco. Darin wird die Geschichte einer Hausangestellten erzählt, die sich um die sechsjährige Tochter einer wohlhabenden Familie kümmert. Dieser Film wurde seitens der Produktionsfirma Fábula der Brüder Larraín initiiert.
Der diesjährige Ehrengast, Angelina Jolie, traf vor Hunderten von Menschen ein, die trotz Regen auf dem roten Teppich vor dem Kursaal auf sie warteten. Vom ersten Moment an bezauberte sie das baskische Publikum mit ihrem Lächeln und ihrer Natürlichkeit. So verliess sie das vorgesehen Protokoll, kehrte zu den Fans zurück und posierte für Fotos mit ihren Fans, die nach dem langen Warte im Regen mehr als zufrieden waren. So betrat die Schauspielerin und Produzentin des Films „Couture“ in Begleitung von Regisseurin Alice Winocour und den Schauspielern Louis Garrel, Anyier Amei, Garance Mariellier und Ella Rumpf den Kursaal.
„Couture“ spielt während der Pariser Fashion Week, zu der Models aus aller Welt anreisen, jede mit ihren eigenen persönlichen Verletztheit und mit dem Geist der gegenseitigen Unterstützung. Angelina Jolie verkörpert eine starke, mit kleinem Budget arbeitende Filmregisseurin. Aufgrund ihres beruflichen Erfolgs wird sie mit einer vielversprechenden Zukunft nach Paris eingeladen, doch dann erhält sie eine verheerende Diagnose, die ihr Leben für immer verändern wird.
Auf der Pressekonferenz zeigte sich Angelina Jolie sehr offen für Gespräche über aktuelle Weltereignisse und persönliche Angelegenheiten. Das Publikum war ihr für ihre Freundlichkeit und ihr Einfühlungsvermögen bei der Beantwortung der Fragen sehr dankbar. „Ich liebe mein Land, aber jetzt erkenne ich es nicht wieder.“ Diese Worte hallten im Presseraum tief nach und spiegelten ein starkes Gefühl der Solidarität mit dem palästinensischen Volk wider.
„Celestial Body“ ist der zweite Spielfilm der chilenischen Regisseurin Nayra Llic García. Der Film begleitet ein junges Mädchen im Chile der 1990er-Jahre während des Übergangs zur Demokratie. Ihre eigene persönliche Entwicklung wird ihre zukünftige Weltsicht prägen. Interessant ebenfalls: „The Obstinate Memory“ von Patricio Guzmán, welcher 1997 Premiere beim Filmfestival von San Sebastián, gefeiert hat mit dem Inhalt, dass Erinnerung eine Quelle des Leidens, aber auch die Grundlage unseres Lebens ist.
„A Ghost in the Battle“ von Agustín Díaz Yanes wurde ausser Konkurrenz im offiziellen Programm des Filmfestivals von San Sebastián gezeigt. Der Film erzählt die Geschichte der Zerschlagung der Terrororganisation ETA im Baskenland. Für viele war dies ein sehr aktuelles und sensibles Thema. Es ist ein handwerklich hervorragender Film, der von Anfang bis Ende fesselt.
„Sonntags“, ein Film von Alauda Ruiz de Azúa, erzählt die Geschichte von Ainara, einer jungen Frau, die katholisch erzogen wurde und ihre Familie mit dem Wunsch überrascht, ins Kloster einzutreten. Bei seiner Premiere begeisterte der Film das Publikum, das den Schauspielern, der Regisseurin und ihrem Team im Foyer des Kursaals fast fünfzehn Minuten lang applaudierte. Es war ein wahrhaft bewegender Moment. Dieser Film, der mit seiner eindringlichen Darstellung einer Familie beeindruckte, wurde anschliessend mit der Goldenen Muschel ausgezeichnet.
Der Donostia-Preis würdigte in seiner 73. Verleihung das Talent von Jennifer Lawrence, einer der einflussreichsten Schauspielerinnen unserer Zeit. Jennifer Lawrence ist Oscar-Preisträgerin, Schauspielerin, Produzentin und Aktivistin. Sie spielte in gefeierten Filmen wie „Silver Linings Playbook“, für den sie 2012 den Oscar als Beste Hauptdarstellerin erhielt.„Sundays“, Gewinner der Goldenen Muschel beim 73. Filmfestival von San Sebastián und unter der Regie der baskischen Filmemacherin Alauda Ruiz, wird in Erinnerung bleiben für die Solidarität, die Kinobesucher mit dem palästinensischen Volk zeigten, als Tausende auf die Strasse gingen, um ihre Unterstützung für die Palästinenser zu demonstrieren, die aktuell unter dem Völkermord leiden.
73º Festival de San Sebastián 2025
Principales premios
Concha de Oro: Mejor Película: Los domingos
Premio Especial del Jurado: Historias del buen valle
Concha de Plata – Mejor dirección: Joachim Lafosse
Mejor interpretación protagonista: José Ramón Soroiz
Mejor interpretación protagonista: Xiaohong Zhao
Mejor interpretación de reparto: Camila Plaate
Premio del Jurado – Mejor guion: Joachim Lafosse, Chloé Duponchelle, Paul Ismael
Premio del Jurado – Mejor fotografía: Pau Esteve Birba
Premio del Público: La voz de Hind
Premio del Público – Mejor film europeo: Little Amélie
Premio Horizontes (Mejor película latinoamericana): Un poeta
Premio Nuevos Realizadores: Emilie Thalund
Premio de la juventud: La misteriosa mirada del flamenco
Premio Cooperación Española: Historias del buen valle
Premio TVE «Otra mirada»: Las corrientes
Premio Cine Vasco: Los domingos
Feroz Zinemaldia (Crítica): Los domingos
Sección Zabaltegi: La torre de hielo
Premio Donostia: Jennifer Lawrence, Esther García

